Samstag, 24. Mai 2014

Sommerzeit & goodbye Parklane Academy



Vogelfreien Gedanken der bevorstehenden Überladung an Freizeit konnten mich auch dieses Mal nicht vor der Wehmütigkeit schützen, die der letzte Schultag mit sich bringt. Diesesmal war es nicht nur mein letzter Schultag des Schuljahres, sondern es war der letzte Schultag an der Schule. Das Jahr an der Parklane Academy ist vorbeigerast ohne sich an ihrgendeine Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten. 

Nur einen Monat befindet sich mein Abfludatum nun in der Zukunft. Das bedeutet allerdings auch ein Monat voller Zeit mit Freunden und/oder dem Bett in dem herrlichen 30 Grad Wetter in Mississippi. Vielleicht wird auch etwas produktives dabei rauskommen, wie die Eliminierung meines amerikanischen Rettungsrings. Diese Burschen werden in Deutschland leider nicht als all zu schmeichelnd angesehen. 


Mit meiner Kamera bewaffnet, habe ich dennoch all meine Lehrer und Freunde eingefangen. Wie geschmeichelt sich manche Lehrer doch fühlten ein Bildchen mit mir zu machen. Ich habe meiner lieblings Lehrerin sogar versprochen ein Döner zu senden, da ich ihn vor ihr immer so hoch angepriesen hatte. Anfürsich habe ich den Tag mit relativ wenig verdrückten Tränen und Fressanfällen überstanden. Dunkle Schokolade, Hähnchensoße, saure Gummibärchen. Alles bittersüß, genau wie der letzte Schultag. 

Freitag, 2. Mai 2014

Was man alles an Deutschland zu schätzen lernt während man in Mississippi hockt

Nein ich wurde noch nicht von einem glitschig großen lilanen Monster aufgegessen. Das Auslandsjahr neigt sich nun auch schon dem traurigen Ende zu. Da ich mich nicht grade wirklich viel gemeldet habe, werde ich bald eine Zusammenfassung über mein Jahr hier schreiben um alle wunderschönen Erlebnisse, die ich machen durfte, auf diese Internetseite zu kleben.
Nun aber erstmal alles, was mich mit einem wehemütigen Herz auf Deutschland spähen lässt:

1. Die RIESENGROßE Nummer eins ist ein kostbarer Schatz der deutschen Kultur. Eine Delikatesse, die man nirgends anders auf der Welt mit dem gleichen Hauch von Eleganz findet. DÖNER! Einen Roman könnte ich schreiben über das mysteriöse, sandwichartige, kleine nicht-krabbelnde Krabbeltier, das mein Herz mit dem ersten Bissen erobert hat. In meiner amerikanischen High School habe ich schon öfters Leuten von dem legendären Döner erzählt, allerdings ist es echt schwer in anders als "a special kind of sandwich" zu beschreiben. Leider erklärt sich auch niemand mir bereit, mir ein Döner als Anschaumodell zu schicken. Er würde ja "vergammeln". Jedenfalls weiß ich jetzt was meine erste Mahlzeit sein wird, wenn ich wieder in Deutschland bin.

2. Vor langer, langer Zeit, in einem weit entfernten Land gab es einst ein Mädchen, dass ihren Po treu an ihrem Fahrradsattel kleben hatte, egal wie sehr es schmerzte. Die selbe atemberaubende Legende besagt auch, dass sie mit diesem Fahrrad und Gesäßschmezen überall unabhängig und alleine, ohne vergewaltigt zu werden, hingelangen konnte. Solche magischen Wunder sind aber nicht der ganzen Welt offenbahrt. Sie leben meine Mitmenschen in diesen Breitengraden unter dem Glauben, dass man überall mit dem Auto hinfahren muss, weil man so leicht entführtwerden kann, wenn man läuft, und das Fahrrad fahren der ärmeren Bevölkerung überlassen ist. Wenn sie nur einmal das Gefühl eines durch das Fahrrad besattelten gluteus maximus spüren könnten, würden sie sicher ihre ganze Lebensphilosophie umkehren. Diese mentalitäten.. GO WILDES HUHN!

3. Noch eine bittersüße Gedanke ziert mein Erinnerungsvermögen mit dem freudigen zittern in den Adern: wenn die gewünschte Straßenbahn nach langem warten endlich am Horizont zu erblicken ist. Ohne rebellische Taten ist das Autofahren hier nur den Einheimischen überlassen. Dementsprechend bin ich auf das besagte zittern in den Adern angewiesen. Aber was wenn dieses nicht vorhanden ist? Nun bin ich auf das vergleichsweise schlechtere Gefühl angewiesen jemand zu finden, der mich rumkutschiert.

4. In meinem Kleiderschrank herrscht inzwischen ein Volksaufstand, eine Revolution. Einige Kleider sind sauer, weil sie als zu freizügig abgestempelt wurden, andere streiken, weil sie mir nicht mehr passen. Nur die Bauern sind glücklich. Wer hätte gedacht, dass das Problem etwas zu anziehen zu finden, sich verdoppeln kann? Für die Schule gibt es einen Dresscode, was nicht grade meine Liebling ist, mir mein Leben diesbezüglich allerdings erleichtert. Außerhalb der Schule werden normalerweise große Shirts und Sporthosen getragen. Gemütlich? Klar, aber manchmal sehne ich mich nach einem etwas schickern Gefühl als dem Pyjama. 

5. Weitestgehend gesund essen, nicht ungläubig angeschaut werden wenn man sagt, dass man nicht bei McDonalds und seinen Kollegen essen will ist ebenfalls ein Privileg, dass ich hier nicht genießen kann. Leider hat sich das Bild von den junk food liebenden Leuten in der USA komplett bestätigt. So wackelt Willmar die Wampe munter and meinem Körper hinab, während wir auf Frucht Safari sind.

6. Klischeealarm Nummer zwei: in der Schule hier wird die Evolution nur missgläubig beäugt. Tatsächlich lernen wir, dass die große Flut die Kontinente auseinander trieb und ähnliches. Klassenkameraden in meinem Alter oder sogar ein Jahr über mir, strampeln bildungstechnisch zum größten Teil meilenweit hinter mir. Besonders in Mathe und der Unterrichtsvielfalt schätze ich deutsche 
 Schulen nun sehr und ergötze mich an dem Gedanken für zwei weitere Jahre in die Schule zu gehen und auch wirklich etwas zu lernen. 


Lieben Dank für die Denkbereitschaft von Svenjas Oberstübchen