Donnerstag, 10. Juli 2014

Abschied, Flug und Ankunft




Noch dreimal ausschlafen habe ich mir gedacht - und gemacht.
Der Tag des Abfluges war wie erwartet schneller da als ich nur dran denken konnte "Donaudampfschifffahrtskapitänsmützenanstecker" zu sagen - also habe ich nicht einmal angefangen und Donaudampfschifffahrten und ihre Kopfbekleidung zu denken.

Um nicht wie Bibi Blocksberg meinen Besen zu schnappen und davon zu zwitschern, habe ich mir lang über ein passendes Abschiedsgeschenk Gedanken gemacht. Selbstverständlich auch über die eine oder andere Notwendigkeit, die ich dringend mitnehmen brauchte um mein Gepäck noch schwerer zu machen. Meinen zwei besten Freundinnen in ganz Mississippi habe ich ein sehr intimes Erinnerungsstück gegeben. Meiner Gastfamilie habe ich ein mit Danksagungen geschmücktes Bäumchen geschenkt.


Einige Tage vor meinem Abflug, haben mich Freund und Gastfamilie mit einer Überraschungsparty -Wort wörtlich- überrascht. Gedacht habe ich, dass wir Cowboyboots shoppen gehen. Als ich all die Menschen, vor mir gesehen habe, fielen die Emotionen von der Wand ab!

Die Nächte vor dem Flug waren schlaflos; das Packen mit einigen Wasserfällen verbunden; die Unterstützung meiner Gastfamilie und meiner Freunde war Diamanten wert!
Meine Freunde vergoldeten mir die letzten Tage vor dem Abflug, indem sie mir Tag und Nacht nicht von der Seite wichen.



Der Tag des Abfluges verlief sogar besser als davor oftmals in meinem Kopf abgespielt. In der Früh fuhren wir los nach New Orleans, schauten einen Film im Kino, aßen ein letztes Mal ganz amerikanisch bei Tacco Bell und hatten danach Bingeis, ganz neworleansmäßig. Pudergezuckert verdrücken sich die Tränen eben am besten!

Wie jeder gute Menschenverstand beim Hochheben meiner Koffer feststellen konnte, hatte ich Übergepäck. Glücklicherweise haben wir ein Notfallkoffer im Auto gehabt, um die zusätzlichen Gepäckkosten zu minimieren. Mit drei Koffern, herkuless schwerem Handgepäck, und einem Kuschentierchen unter den Armen ging es ans verabschieden. Wasserreich, filigran, tränenerfüllt, harminosch, ach was mir da noch alles einfällt. Gefühlchaos eben.



Die Ankunft in Deutschland ist wieder eine andere Geschichte, die an einem ganz anderen Tag von meinen Liebes erglühten Fingern über die Tasten in diese technologische Hochkunst verleitet wird.

Wenn der Osterhase nicht fertig gesucht hat, sucht er noch heute. Das tut er ganz bestimmt.

Sonntag, 1. Juni 2014

Käsekram! Was ein Auslandsjahr wirklich für mich bedeutet

Die Endphase des Austauschschüler-seins ist nun deutlich spürbar. Somit bahnt sich auch der wachsende Drang an meine Mitmenschen mit solchem Geschwafel zu bombardieren: "Was zum Teufel soll ich als Abschiedsgeschenk besorgen? Jemand gibt mir bitte Ideen, ich selbst kann ja am schlechtesten abschätzen was meiner Gastfamilie gefallen würde. Irgendjemand muss mir helfen die Farbe meines zweiten Koffers auszusuchen, um all mein Zeug nach Hause zu bekommen! Und was kann ich mir noch alles kaufen um sicherzugehen, dass all meine Koffer bis zum Platzen gefüllt sind?"



"Das Jahr meines Lebens" ging wirklich schnell rum! Halt stopp! Jahr meines Lebens? Sicher was es ein bereicherndes, einzigartiges und außergewöhnliches Jahr (oder 11 Monate für all die Achselhaar-mit-Pinzetten-Entferner) aber das kann es wohl nicht gewesen sein. Hoffentlich liegt noch mehr als die Hälfte meines Lebens vor mir, in der ich noch mehr erreiche, als mich auf einem neuen Sofa genau so bequem wie auf meiner deutschen Schlaflandschaft einzurichten.

"Exchange isn't a year in your life, its a life in a year" IGITTIG, diesen käsigen Spruch würde ich nur zu gerne in die Tonne hauen! Das Leben was man sich im Gastland aufbaut ist immer noch nur ein Bruchteil des Lebens. Ich habe nie erlebt wie ich in meine Windeln geschissen habe und werde auch nicht die Wahl meines ersten Gehstockes in -Trommelwirbel für den dramatischen Unterton- "meinem neuen Leben" erleben. Man ist immer noch die selbe Person im selben Leben, es wird nur für eine bestimmte Zeit an einen anderen Standort verlagert und eine andere Kulisse wird um einen herum gebaut. 

Beim im Schlamm spielen, hab ich mir meine philosophische Ader angestoßen. Ich bin für all die glitschig kitschigen Austauschschüler Sprüche leider nicht empfänglich. Letztendlich ist ein Austauschjahr für mich ein wundervolle Gelegenheit Erinnerungen zu sammeln, auf die ich mit einem Lächeln zurück blicken kann, ab und zu über seinen Schatten zu springen, als Person zu wachsen, eigenständiger zu werden, Abwechslung zu finden, kulinarische Abenteuer zu erleben, ein anderen Teil der Welt kennenzulernen, sich auf eine neue Weise zu bereichern und die Liebe zu Skype neu zu entdecken. 

Und natürlich seine Wurzeln filigran karottig tiefer in die Erde zu bohren. 

Samstag, 24. Mai 2014

Sommerzeit & goodbye Parklane Academy



Vogelfreien Gedanken der bevorstehenden Überladung an Freizeit konnten mich auch dieses Mal nicht vor der Wehmütigkeit schützen, die der letzte Schultag mit sich bringt. Diesesmal war es nicht nur mein letzter Schultag des Schuljahres, sondern es war der letzte Schultag an der Schule. Das Jahr an der Parklane Academy ist vorbeigerast ohne sich an ihrgendeine Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten. 

Nur einen Monat befindet sich mein Abfludatum nun in der Zukunft. Das bedeutet allerdings auch ein Monat voller Zeit mit Freunden und/oder dem Bett in dem herrlichen 30 Grad Wetter in Mississippi. Vielleicht wird auch etwas produktives dabei rauskommen, wie die Eliminierung meines amerikanischen Rettungsrings. Diese Burschen werden in Deutschland leider nicht als all zu schmeichelnd angesehen. 


Mit meiner Kamera bewaffnet, habe ich dennoch all meine Lehrer und Freunde eingefangen. Wie geschmeichelt sich manche Lehrer doch fühlten ein Bildchen mit mir zu machen. Ich habe meiner lieblings Lehrerin sogar versprochen ein Döner zu senden, da ich ihn vor ihr immer so hoch angepriesen hatte. Anfürsich habe ich den Tag mit relativ wenig verdrückten Tränen und Fressanfällen überstanden. Dunkle Schokolade, Hähnchensoße, saure Gummibärchen. Alles bittersüß, genau wie der letzte Schultag. 

Freitag, 2. Mai 2014

Was man alles an Deutschland zu schätzen lernt während man in Mississippi hockt

Nein ich wurde noch nicht von einem glitschig großen lilanen Monster aufgegessen. Das Auslandsjahr neigt sich nun auch schon dem traurigen Ende zu. Da ich mich nicht grade wirklich viel gemeldet habe, werde ich bald eine Zusammenfassung über mein Jahr hier schreiben um alle wunderschönen Erlebnisse, die ich machen durfte, auf diese Internetseite zu kleben.
Nun aber erstmal alles, was mich mit einem wehemütigen Herz auf Deutschland spähen lässt:

1. Die RIESENGROßE Nummer eins ist ein kostbarer Schatz der deutschen Kultur. Eine Delikatesse, die man nirgends anders auf der Welt mit dem gleichen Hauch von Eleganz findet. DÖNER! Einen Roman könnte ich schreiben über das mysteriöse, sandwichartige, kleine nicht-krabbelnde Krabbeltier, das mein Herz mit dem ersten Bissen erobert hat. In meiner amerikanischen High School habe ich schon öfters Leuten von dem legendären Döner erzählt, allerdings ist es echt schwer in anders als "a special kind of sandwich" zu beschreiben. Leider erklärt sich auch niemand mir bereit, mir ein Döner als Anschaumodell zu schicken. Er würde ja "vergammeln". Jedenfalls weiß ich jetzt was meine erste Mahlzeit sein wird, wenn ich wieder in Deutschland bin.

2. Vor langer, langer Zeit, in einem weit entfernten Land gab es einst ein Mädchen, dass ihren Po treu an ihrem Fahrradsattel kleben hatte, egal wie sehr es schmerzte. Die selbe atemberaubende Legende besagt auch, dass sie mit diesem Fahrrad und Gesäßschmezen überall unabhängig und alleine, ohne vergewaltigt zu werden, hingelangen konnte. Solche magischen Wunder sind aber nicht der ganzen Welt offenbahrt. Sie leben meine Mitmenschen in diesen Breitengraden unter dem Glauben, dass man überall mit dem Auto hinfahren muss, weil man so leicht entführtwerden kann, wenn man läuft, und das Fahrrad fahren der ärmeren Bevölkerung überlassen ist. Wenn sie nur einmal das Gefühl eines durch das Fahrrad besattelten gluteus maximus spüren könnten, würden sie sicher ihre ganze Lebensphilosophie umkehren. Diese mentalitäten.. GO WILDES HUHN!

3. Noch eine bittersüße Gedanke ziert mein Erinnerungsvermögen mit dem freudigen zittern in den Adern: wenn die gewünschte Straßenbahn nach langem warten endlich am Horizont zu erblicken ist. Ohne rebellische Taten ist das Autofahren hier nur den Einheimischen überlassen. Dementsprechend bin ich auf das besagte zittern in den Adern angewiesen. Aber was wenn dieses nicht vorhanden ist? Nun bin ich auf das vergleichsweise schlechtere Gefühl angewiesen jemand zu finden, der mich rumkutschiert.

4. In meinem Kleiderschrank herrscht inzwischen ein Volksaufstand, eine Revolution. Einige Kleider sind sauer, weil sie als zu freizügig abgestempelt wurden, andere streiken, weil sie mir nicht mehr passen. Nur die Bauern sind glücklich. Wer hätte gedacht, dass das Problem etwas zu anziehen zu finden, sich verdoppeln kann? Für die Schule gibt es einen Dresscode, was nicht grade meine Liebling ist, mir mein Leben diesbezüglich allerdings erleichtert. Außerhalb der Schule werden normalerweise große Shirts und Sporthosen getragen. Gemütlich? Klar, aber manchmal sehne ich mich nach einem etwas schickern Gefühl als dem Pyjama. 

5. Weitestgehend gesund essen, nicht ungläubig angeschaut werden wenn man sagt, dass man nicht bei McDonalds und seinen Kollegen essen will ist ebenfalls ein Privileg, dass ich hier nicht genießen kann. Leider hat sich das Bild von den junk food liebenden Leuten in der USA komplett bestätigt. So wackelt Willmar die Wampe munter and meinem Körper hinab, während wir auf Frucht Safari sind.

6. Klischeealarm Nummer zwei: in der Schule hier wird die Evolution nur missgläubig beäugt. Tatsächlich lernen wir, dass die große Flut die Kontinente auseinander trieb und ähnliches. Klassenkameraden in meinem Alter oder sogar ein Jahr über mir, strampeln bildungstechnisch zum größten Teil meilenweit hinter mir. Besonders in Mathe und der Unterrichtsvielfalt schätze ich deutsche 
 Schulen nun sehr und ergötze mich an dem Gedanken für zwei weitere Jahre in die Schule zu gehen und auch wirklich etwas zu lernen. 


Lieben Dank für die Denkbereitschaft von Svenjas Oberstübchen

Mittwoch, 26. Februar 2014

Happy Birthday

Ich bin kurz davor diesen Blog in "ungeliebter Schwiegersohn" umzubennen. Das ist nähmlich ungefähr die Aufmerksamkeit, die ich ihm momentan widme. 

Auch wenn mein Geburtstag schon fast einen Monat her ist, verdient dieser Tag trotzdem noch einen verspäteten Blogeintrag. 
Da ich leider die Gabe verloren habe, mich wie ein kleines Kind auf jenen Tag zu freuen, hielt sich meine Begeisterung dieses Mal auch in ziemlich begrentzten Räumen. 
Am Ende des Tages konnte ich trotzdem auf den Tag zurückblicken und ihn als Grashüpfer in meinem Herzen abstempeln.
Die absolut kronenhafte Krönung war es am Abend mit meinen zwei Freundchen, Gastmama und Gastbruder essen zu gehen in dem absolut tollsten fantastischten Platz an dem essen serviert wird. Man muss möglicherweise meine Vernarrtheit in Steaks kennen um zu erahnen mit welchem Enthusiasmus und Augenfunkeln ich dieses Wort jetzt schriebe: Roux61.
Ansonsten habe ich mich anständig mit meinen Geburtstagskuchen und den goldigsten Prinzessin Lillifee Muffins von Svenja überessen. Ich war so voll, das ich die Hälfte von meinem Steak nicht gepackt habe und mit nach Hause nehmen musste. War mir und meinem Killer-Magen so peinlich, dass wir innerlich rot angelaufen sind.
Ansonsten gab es noch ein Ständchen von der Ganzen Cafeteria, eine total putziges Foto- und Erinnerungsalbum von Kristin, das obercoolste leutende regenbogenfarbene Einhornkissen von meiner Gasfamilie (hach, die kennen mich so gut), liebe Karten von Omis, ein Reisegutschein von Muddi und Vaddi, viele süße Nachrichten und natürlich noch mehr Essen! Ps: alle meine fünf Geburtstagskuchen sind unten versammelt und führen als Bilder ihr privates Kaffeekränzchen durch.

Danke an alle, die an mich gedachg haben und den Tag zu einem wundervollen gemacht haben. 

















Samstag, 25. Januar 2014

Die Wunder des neuen Jahres

An Silvester konnte ich ein schimmerndes, glitzerndes, mit ein paar verrückten Chinesen, farbenreiches, magisches Feuerwerk beobachten. Dieses war jedoch in Deutschland. Meine lieben Eltern haben mit uns am deutschen Jahreswechsel gespkyped und uns die wunderschönen Feuerwerke gezeigt. Das war dann auch schon das Highlight von meinem Silvester. Nein, in Mississippi wird sowas nicht gemacht. In manchen Gegenden ist Feuerwerk sogar verboten. Ansonsten habe ich noch einem hübschen Abend mit Svenja und ihrer Gastfamilie verbracht. Keine Neujahrsstimmung, nur ein normaler Abend. Alle sind einfach schlafen gegangen, so mussten wir um 24 Uhr schließlich alleine mit Cola light anstoßen. Anschließend haben wir Svenjas Vater via Skype aufgeweckt. Nunja, ich kann Silvester sowieso nicht ausstehen, deswegen war ich sogar relativ zufrieden mit diesem Tag. Dennoch kann ich mir in meinen schlimmsten Träumen nicht erklären wie man einfach vor 12 Uhr ins Bett gehen kann!


Ein kleines Neujahrs-Selfie mit Schokolade im Gesicht darf natürlich auch nicht fehlen!


Freitag, 24. Januar 2014

Dear Santa...

... Zu Weihnachten wünsche ich mir bitte ein Schloss aus Süßigkeiten mit einem Schokoladenfluss herum, Weltfrieden und ein Einhorn, das glitzernde Exkremente abseilen kann. Ja, so ähnlich sah mein Wunschzettel dieses Jahr aus. Meine Gastfamilie wollte unbedingt auch für mich Geschenke unter dem riesigen, blinkenden Baum haben. Somit konnte ich nicht entkommen und musste mir etwas wünschen. Das stellte sich allerdings als etwas kompliziert heraus, das ich abgesehen von einigen unrealistischen Wünschen, komplett glücklich und zufrieden bin. Meine Gehirnzellen hatten eine harte Zeit einige brauchbare Ideen rauszupressen. Im Endeffekt hab ich mir Wassermalfarben gewünscht, um einen Regenbogen zu malen. Dieser riesige, blinkende Baum war allerdings einer der vollsten Bäume, die ich je gesehen habe! Am 25. morgens konnten wir dann endlich unsere mehr oder weniger liebevoll verpackten Geschenke öffnen. Mir hat der Weihnachtsmann ein Berg an Materialien  zum malen und zeichenen gebracht, eine Kette mit einer Miezekatze dran und vieeeles mehr. Ich habe mich echt etwas unwohl gefühlt so reichlich beschenkt zu werden. Ich habe sogar von Verwandten meiner Gastfamilie, die mich noch nie getroffen habe, etwas bekommen, was die Putzigkeit durchaus vergrößert hat.
Wie jedes Jahr hatte ich Spaß am Geschenke kaufen, bearbeiten und verpacken. Ohne öffentliche Verkehrsmittel war es jedoch schwerer als sonst einkaufen zu gehen, ohne die Personen für die die Geschenke bestimmt waren. Hinbekommen hab ich es trotzdem irgendwie und ich bin sogar darüber hinweggekommen, dieses Weihnachten ohne Gänsehaut kurze Hose tragen zu könnnen.
Für meine Gastmutter hatte ich Zeug zum baden, Gastvater eine "Brusttasche" zum jagen und für meinen Gastbruder ein Videospiel.
Aber an Weihnachten geht es nicht nur um Geschenke, deswegen muss ich das Essen auch noch erwähnen. Das Süßigkeiten machen hat sich quasi darauf beschränkt alles mir Schokolade zu begießen, was mir durchaus gefallen hat. Allerdings fande ich die mit Schokolade überzogenen Salzstangen eher fragwürdig. Zum Abendessen gabe es Truthahn, Süßkartoffeln und noch viel mehr Leckereien, was mir diese Weihnachten durchaus versüßt hat.